Fit werden, fit bleiben

Auch Männer müssen regelmäßig zum „TÜV“

Prostata: Vorsorge und Früherkennung ernst nehmen

Während Frauen durch die jahrelangen und regelmäßigen Besuche bei ihrem Frauenarzt für das Thema Krebsfrüherkennung eher sensibilisiert sind, besuchen Männer bis zu ihrem 50. Lebensjahr viel weniger häufig einen Hausarzt, geschweige denn regelmäßig einen Facharzt. Eher werde das Auto jährlich zur Inspektion gebracht, als daran gedacht, den eigenen Körper durchchecken zu lassen, so die gängige Haltung.

© VadimGuzhva/stock.adobe.com

Mit 50+ stehen die meisten Männer noch voll im Berufsleben. „Mann“ hat eventuell gerade eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklommen und das persönliche Zeitbudget ist durch Familie und Hobbys mitunter gering. Zudem fühlen sich Männer in diesem Alter häufig noch sehr gesund und kraftvoll und der Gedanke, dass das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen oder andere Erkrankungen mit zunehmendem Alter wächst, kommt erst gar nicht auf. Erst, wenn Beschwerden akut auftreten und ein Arztbesuch unausweichlich scheint, geben sich viele einen Ruck und suchen ärztliche Hilfe.

Im frühen Stadium gut behandelbar

„Wir erleben leider immer wieder, dass Männer zu uns kommen, die nie daran gedacht haben, dass eine Erkrankung, wie beispielweise der Prostatakrebs, sie selbst betreffen könnte“ sagt Dr. Petra Stamm, Chefärztin der Klinik für Urologie am Heilig Geist-Krankenhaus in Köln. Dabei ist es die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jährlich erkranken in Deutschland rund 57.370 Männer neu daran. Ebenso wie bei vielen anderen Krebserkrankungen kann diese Krebsart in einem frühen Stadium in der Regel aber sehr gut behandelt werden. Eine Beratung beim Hausarzt oder Urologen des Vertrauens zu diesem Thema ist sicherlich sinnvoll.

Eine Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Fleisch kann einen gewissen Krebsschutz bieten, so vermuten neuere Studien. © pixabay.com

Genau wie bei Frauen steigt das Risiko für vielerlei Krebserkrankungen mit zunehmendem Alter auch beim Mann an. Dazu können Probleme in Form einer nachlassenden Harnkontinenz oder einer erektilen Dysfunktion auftreten. Darüber hinaus ändert sich der Hormonhaushalt der Männer mit den Jahren. Die altersbedingte Abnahme des Testosteronspiegels im Körper kann Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Es sind also nicht nur Frauen, die in der Mitte des Lebens eine hormonelle Umstellung durchleben.

Letztlich sind diese Veränderungen aber ganz natürlich und in den meisten Fällen auch nicht stark ausgeprägt. Eine gesunde Ernährung, Auszeiten und ausreichend Bewegung sind ab dem 50. Lebensjahr generell zu empfehlen, um sich weiterhin fit und agil zu fühlen. Die größte Hürde ist wohl, über eventuelle Beschwerden offen zu sprechen und einen Arztbesuch nicht auf die lange Bank zu schieben. Dieser ist in jedem Fall eine lohnende Investition in die eigene Gesundheitsvorsorge.

Chefärztin
Dr. Petra Stamm, MBA
Fachärztin für Urologie, Medikamentöse Tumortherapie und MBA International Hospital Management

Heilig Geist-Krankenhaus
Graseggerstr. 105
50737 Köln-Longerich

Tel.: 0221 7491-8264
E-Mail: urologie.kh-heiliggeist@cellitinnen.de