Service

Damit Pflege gelingt

In den Kölner Krankenhäusern der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria gibt es seit vielen Jahren Unterstützung für pflegende Angehörige. Sie werden hier umfassend beraten und betreut, wenn in der Familie ein Pflegefall eintritt. Um ihnen die Angst vor Überforderung zu nehmen, gibt es spezielle Pflegetrainings.

Vitamin K sprach mit Pflegetrainerin Katja Fieck über die Herausforderungen der Pflege daheim:

Was ist ihre Aufgabe als Pflegetrainerin?
Katja Fieck: Wenn ein Angehöriger plötzlich hilfsbedürftig wird und sich nicht mehr selbst versorgen kann, ist das direkte Umfeld meist überfordert und ratlos. Dann begleiten wir die Familien in der oft krisenhaften Anfangsphase. Das stabilisiert die Situation und häufig können wir Belastungen verringern.

Katja Fieck ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin und seit sieben Jahren Pflegetrainerin im St. Franziskus-Hospital.

Wir geben Tipps, wie man zum Beispiel den Angehörigen umbettet oder das Bett bezieht, wenn er darin liegt. Wir versuchen mit bestmöglicher Beratung zu vermeiden, dass die Pflegenden sich überfordert fühlen. Deshalb unterstützen wir auch beim Aufbau von Netzwerken zur Unterstützung und gestalten gemeinsam die Alltagsplanung.

Wer kann am Pflegetraining teilnehmen?
Katja Fieck: Im Prinzip kann jeder pflegende Angehörige unserer Patienten teilnehmen. Das Pflegetraining findet entweder direkt im Krankenhaus statt oder im häuslichen Umfeld. Bis zu sechs Wochen nach der Entlassung können uns die Angehörigen kontaktieren, und wir kommen dann auch zu ihnen nach Hause. Das Training daheim hat den Vorteil, dass wir in der Pflege-Umgebung nach „Stolperfallen“ schauen können. Dazu beraten und schulen wir im Umgang mit Hilfsmitteln.

Wer bezahlt das Pflegetraining?
Katja Fieck: Für Patienten ist das Angebot kostenlos. Es wird in allen unseren Häusern praktiziert und von meinen Kolleginnen und mir angeboten. Unser Ziel ist es, dass ein nahtloser Übergang in die häusliche Umgebung gut koordiniert gelingt. Wenn die Versorgung zuhause möglich ist, sollte sie auch dort stattfinden. Denn dort fühlen sich die Patienten in der Regel am wohlsten.

Gibt es zum Thema Demenz ein Angebot?
Katja Fieck: Ja, neben den Pflegetrainings bieten wir die Pflegekurse „Kompakt“ und „Demenz“ an drei aufeinanderfolgenden Terminen an. Im Kompakt-Kurs wird Pflegewissen vermittelt, im Demenzkurs geht es um die Pflege, aber auch um den Umgang mit demenziell veränderten Menschen. Um Angehörige in dieser besonderen Situation nicht allein zu lassen, veranstalten wir spezielle Info-Nachmittage.

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