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Es geht auch schonend

St. Franziskus-Hospital ist Vorreiter für minimalinvasive und sanftere Operationsverfahren bei Darmkrebs

Die Diagnose Darmkrebs ist immer noch ein Schock für die Betroffenen. Nicht zuletzt die Angst, sich einem großen Eingriff unterziehen zu müssen, belastet Patienten und deren Angehörige. Dass es heute durchaus schonende Operationsverfahren gibt, die weniger Schmerzen und Komplikationen mit sich bringen als oft befürchtet, ist für Patienten mit Darmtumor eine gute Nachricht. Am St. Franziskus-Hospital werden rund 80 Prozent aller Darmkrebs-OPs minimalinvasiv durchgeführt. Das von der Deutschen Krebsgesellschaft seit 2009 zertifizierte Darmkrebszentrum unter der Leitung von Chefarzt Dr. Elmar Kleimann ist damit führend in Köln. Neue Studien belegen, dass kleine Schnitte auch auf lange Sicht erfolgreich sind.

Schonende Operationsverfahren mit Schlüsselloch-Technologie finden immer mehr Verbreitung. Eingriffe, bei denen feine Präzisionsschnitte mit Hilfe hochauflösender Kameratechnik durchgeführt werden, sind in vielen medizinischen Fachbereichen längst Standard. Anders sieht es noch auf dem Feld der Bauchchirurgie aus.

Tumorerkrankungen des Darms zum Beispiel werden in Deutschland, entgegen dem internationalen Trend, immer noch zu 70 Prozent herkömmlich operiert. Hierbei wird die Bauchdecke mit einem bis zu 30 Zentimeter langen Schnitt geöffnet und die Tumore werden offen entfernt. Am St. Franziskus-Hospital setzt man dagegen seit langem auf kleine Schnitte.

Präzise Schnitte statt offener Operation

Das Darmkrebszentrum unter Leitung von Dr. Kleimann ist in Bezug auf minimalinvasive Darmkrebs-Operationen führend in Köln.

Bestätigt werden die sehr guten Behandlungserfolge durch neuere Studien. In einer jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlichten und im Ärzteblatt zitierten Untersuchung wurden 345.913 Behandlungsfälle ausgewertet. Die Daten wurden zwischen 2005 und 2015 in Deutschland erhoben. Nach dieser Auswertung haben Darmkrebspatienten, die sich einem minimalinvasiven Eingriff unterzogen haben, nicht nur kurzfristig Vorteile.
Sie hatten auch fünf bis zehn Jahre nach dem Eingriff erkennbare Überlebensvorteile, weil der Krebs in dieser Gruppe seltener zurückgekommen ist.

Langjährige chirurgische Expertise

„Wir machen seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit minimalinvasiven Operationen von Darmkrebs“, erläutert Dr. Elmar Kleimann, Chefarzt am St. Franziskus-Hospital. Dort behandelt er Tumorpatienten nach den Qualitätsstandards der Deutschen Krebsgesellschaft. Am St. Franziskus-Hospital werden vier Fünftel aller Operationen minimal-invasiv durchgeführt.

Weniger Schmerzen, weniger Komplikationen

Bei dem Verfahren werden die Instrumente mit spezieller Kameratechnik und mehreren kleinen Schnitten in den Bauchraum eingebracht, um so das Krebsgewebe zu entfernen. Damit das Operationsfeld gut einsehbar ist, wird zunächst Kohlendioxid in den Bauchraum geleitet. Dann lässt sich das befallene Darmstück präzise und sicher entnehmen. „Es bleibt natürlich ein gravierender Eingriff, denn der Tumor und das dazu gehörende Lymphabstromgebiet müssen genauso konsequent entfernt werden wie bei einer offenen Operation“, betont Dr. Kleimann. Schonender ist die Methode aber allemal. Der Eingriff wird durch die kleinen Schnitte deutlich sanfter und weniger schmerzhaft. Die Wundheilung verläuft schneller, die Patienten sind zügig wieder auf den Beinen, entwickeln seltener Narbenbrüche, Thrombosen und Lungenentzündungen. Auch die Narkose hat weniger Nebenwirkungen. „In der Regel verlassen die Patienten das Krankenhaus nach fünf bis acht Tagen“, beschreibt Dr. Kleimann den Verlauf. Auch psychosozial hat das große Vorteile, weil die Patienten schnell wieder in ihrem Alltagsleben ankommen.

Chefarzt
Dr. Elmar Kleimann
Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie, Spezielle Visceralchirurgie

St. Franziskus-Hospital
Schönsteinstr. 63
50825 Köln-Ehrenfeld

Tel.: 0221 5591-1031
E-Mail: chirurgie.kh-franziskus@cellitinnen.de