Fit werden, fit bleiben

Frauengesundheit ab 50

Jetzt noch regelmäßig zum Frauenarzt? Muss das sein?

Die meisten Frauen stehen mit 50+ vor einem ganz neuen Lebensabschnitt. Die Familienplanung ist in der Regel vollständig abgeschlossen, eine Schwangerschaft unwahrscheinlich und um das Thema Verhütung müssen sie sich zunehmend keine Gedanken mehr machen. Waren Wechseljahrsbeschwerden bis Mitte 50 noch ein Grund, den Frauenarzt aufzusuchen, wird ein regelmäßiger Besuch beim Gynäkologen nach der Menopause immer unwichtiger.

„Diese Auffassung ist jedoch mit Risiken verbunden“, sagt Dr. Claudius Fridrich, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des von der DKG (Deutsche Krebsgesellschaft) zertifizierten Gynäkologischen Krebszentrums am Heilig Geist-Krankenhaus. „Gynäkologische Krebserkrankungen sind mit zunehmendem Alter ein Thema. Und nach wie vor ist der regelmäßige Besuch bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt ein wichtiger Baustein, um eine mögliche Erkrankung zu erkennen“, mahnt er. Vor allem Krebsarten wie Gebärmutter- oder Eierstockkrebs treten nach den Wechseljahren häufiger auf. Mittlerweile können Frauen auch für die Darmkrebsfrüherkennung zur Gynäkologin bzw. zum Gynäkologen gehen. Das Risiko für diese Krebsart steigt ebenfalls mit zunehmendem Alter.

Früherkennung von Brustkrebs

Schließlich erhalten Frauen ab dem 50. Lebensjahr die Aufforderung, an einem Mammografie-Screening teilzunehmen. Die radiologische Untersuchung der Brust hilft, Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. „In diesem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich an, eine bösartige Veränderung in den Brustdrüsen zu entwickeln“, weiß Dr. Verena Kirn, Leiterin des Brustzentrums am Heilig Geist-Krankenhaus. Hier gilt wie bei den gynäkologischen Krebserkrankungen: Je eher erkannt, desto besser zu behandeln. Der Frauenarzt ist bei Fragen zu diesem Thema oder bei Bedenken in jedem Fall der richtige Ansprechpartner.

Harninkontinenz kann zunehmen

Abgesehen von Krebserkrankungen gibt es weitere Themen, die beim Gynäkologen angesprochen werden können und sollten: Eine auftretende Harninkontinenz beispielsweise, die vor allem Frauen mit zunehmenden Lebensjahren betreffen kann. Der weibliche Beckenboden ist etwas breiter als jener der Männer und allein deshalb stärker beansprucht. Auch Geburten können die Stütz- und Haltefunktion in diesem Bereich im Nachgang beeinträchtigen – Gebärmutter, Scheide und Blase können sich senken. Grundsätzlich ist das nicht dramatisch und eine leichte Absenkung verursacht in der Regel auch keine Symptome.

Gezieltes Beckenbodentraining und gesunder Lebensstil

Ist die Senkung jedoch gravierend, wird sie oftmals von einem Druckgefühl, Rückenschmerzen und plötzlichem unwillkürlichem Urinverlust begleitet. Viele betroffen-e Frauen leiden beim Husten, Lachen, Niesen oder bei körperlicher Belastung darunter und verschweigen dies aus Schamgefühl. Durch die ständige Angst, Urin zu verlieren, ist der Alltag stark beeinträchtigt. „Gezieltes Beckenbodentraining kann bei einer leichten Harninkontinenz schon gut helfen“, sagt Fridrich. Der Facharzt muss aber zunächst einschätzen, wie gravierend eine Senkung ist und kann daraufhin eine geeignete Therapie empfehlen.

Chefarzt
Dr. Claudius Fridrich
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Schwerpunkt: Gynäkologische Onkologie, Frauenklinik

Heilig Geist-Krankenhaus
Graseggerstr. 105
50737 Köln-Longerich

Tel.: 0221 7491-8289

Leiterin Department Senologie
Priv.-Doz. Dr. Verena Kirn
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Heilig Geist-Krankenhaus
Graseggerstr. 105
50737 Köln-Longerich

Tel.: 0221 7491-8289
E-Mail: senologie.kh-heiliggeist@cellitinnen.de