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Hüftschmerz – nicht immer ist es eine Arthrose

Uncharakteristische Schmerzen nach körperlicher Anstrengung und längerem Sitzen, die in die Leiste oder den unteren Rücken ausstrahlen können, sind oft Anzeichen eines beginnenden Verschleißes im Bereich des Hüftgelenkes – oft, aber nicht immer. Gerade bei jüngeren Patienten liegen häufig andere Erkrankungen vor, weiß Dr. Fabian Ritz, Chefarzt der Klinik für Orthopädie III – Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie am St. Franziskus-Hospital.

Fotos: © Tim Friesenhagen

Herr Dr. Ritz, wie ist eine gesunde Hüfte aufgebaut?

Dr. Ritz: Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es setzt sich aus der Gelenkpfanne und dem Hüftkopf zusammen. Beide Gelenkteile sind von elastischem, gleitfähigem Knorpel überzogen, der wie ein Stoßdämpfer vor Druck- und Schleifkräften schützt.

Was kann bei jüngeren Patienten Ursache für den charakteristischen Leistenschmerz sein?

Dr. Ritz: Liegt der Hüftkopf zu tief in der Gelenkpfanne, kommt es häufig zu Knorpelschäden im Pfannenbereich. Man spricht dann von einem Kneifzangenphänomen, dem sogenannten Pincer-Impingement. Ein anderer Fall liegt vor, wenn es im Bereich des Übergangs vom Hüftkopf zum Oberschenkelhals zu Verknöcherungen kommt. Hier entstehen dann durch Bewegung und ständiges Anschlagen dieser Knochenvorsprünge am Pfannenrand Schäden im Bereich der Gelenklippe und am Knorpel. Dies nennen wir in der Fachsprache CAM-Impingement. Und oft ist es so, dass eine Kombination beider Erkrankungen auftritt. Unsere gute Nachricht an den Patienten ist dann immer: „Sie brauchen kein neues Hüftgelenk, wir können Ihnen anders helfen!“

Und wie machen Sie das genau?

Dr. Ritz: Die meisten Gelenkprobleme lassen sich heute durch Schlüssellochoperationen sehr erfolgreich behandeln. Dabei steht der Gelenkerhalt im Vordergrund. Bei einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) können wir mit hochauflösenden Mini-Kameras einen gezielten Blick in den geschädigten Innenraum des Gelenkes werfen – der erforderliche Hautschnitt ist hierbei weniger als einen Zentimeter lang. Mit speziellen Instrumenten können wir dann auch direkt die notwendigen Eingriffe vornehmen. Hierbei gilt für uns immer: So viel wie nötig – so wenig wie möglich!

Chefarzt
Dr. Fabian Ritz
Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie

St. Franziskus-Hospital
Schönsteinstr. 63
50825 Köln-Ehrenfeld

Tel.: 0221 5591-1130
E-Mail: orthopaedie.kh-franziskus@cellitinnen.de