Treffpunkt Gesundheit

Wenn die Hüfte schmerzt…

Bei einer schmerzhaften Hüftgelenkarthrose ist die umfassende Therapie Gold wert und bringt wieder neue Lebensqualität

Immer war Ilse Meyer* ein sportlich aktiver Mensch gewesen. Kunstturnen und Leichtathletik waren in frühen Jahren ihre große Leidenschaft, mit der Geburt ihrer Kinder wurden es dann mehr leichtere, sportliche Alltagsaktivitäten, die ihr Freude machten. „Ich bin immer gerne Rad gefahren und wandern gegangen, auch im Garten zu arbeiten und auf allen Vieren meine Blumenbeete zu pflegen, war ein geliebtes Hobby“, berichtet die inzwischen 67-Jährige. Irgendwann aber setzten die Schmerzen ein: „Erst tat es nur leicht beim Gehen weh. Irgendwann konnte ich mich kaum noch vorwärtsbewegen und meine Gehstrecken wurden immer kürzer. Auch in Ruhephasen – besonders nachts – hatte ich dann mit der Zeit starke Schmerzen.“

Dieser Schmerzverlauf ist klassisch, weiß Dr. Klaus Schlüter-Brust, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und allgemeine orthopädische Chirurgie am St. Franziskus-Hospital in Köln-Ehrenfeld: „Der Schmerz zieht sich wie ein Gürtel über den Hüftbereich bis hin in die Leistengegend. Die Beugung und die Beindrehung nach innen werden stark eingeschränkt.“

Abnehmen entlastet die Hüftgelenke

Meist ist eine Hüftgelenk-Arthrose Ursache der Schmerzen. Das große Hüftgelenk wird durch Verschleiß beeinträchtigt, schmerzt und ist irgendwann nicht mehr richtig funktionsfähig. Zuerst greifen konservative Therapiemethoden wie Krankengymnastik, (gleich)mäßige Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen und Gewichtsreduktion. „Eine Faustregel besagt, dass man pro verlorenem Kilo Körpergewicht ungefähr fünf Kilo Belastung von den Hüftgelenken nimmt“, verdeutlicht Dr. Klaus Schlüter-Brust die Vorteile einer Gewichtsabnahme. Auch eine gut eingestellte Schmerztherapie sowie Infiltrationen ins Gelenk können eine Zeit lang helfen gegen die Beschwerden. „Irgendwann kommt man aber um eine Operation nicht mehr herum“, weiß der renommierte Orthopäde. „Die konservativen Maßnahmen können einen operativen Eingriff nur hinauszögern – eine Heilung ist auf diesem Weg nicht möglich.“ Der Einsatz einer Hüft-Totalendoprothese – eines künst-lichen Hüftgelenkes – ist ein großer Eingriff. „Hier verwenden wir ausschließlich modernste Titan- und Keramikendoprothesen, die eine lange Lebensdauer haben“, betont Dr. Schlüter-Brust.

Spezielle Hygienemaßnahmen bei der OP

Ein besonderes Augenmerk wird bei solchen Eingriffen auf Patientensicherheit und Hygiene gelegt, denn bei großen Gelenk-Operationen ist das Infektionsrisiko immer zu beachten. Spezielle Hygienemaßnahmen – wie Körperwaschungen vor der Operation und eine Reinigung der Nase mit speziellen Salben – reduzieren die natürliche Keimbesiedlung auf der Haut und den Schleimhäuten der Patienten und senken das Infektionsrisiko.
Auch Ilse Meyer hat sich, als die konservativen Behandlungsmethoden ausgereizt waren, nacheinander beide Hüften operieren lassen. Sie hat damit ein großes Stück Lebensqualität gewonnen und kann wieder viele Dinge machen, auf die sie lange verzichtet hat. Heute fährt sie wieder große Strecken mit dem Fahrrad, geht Nordic Walken und Schwimmen. Am liebsten aber tobt sie mit ihrem kleinen Enkel durch die Gegend. „Das ist heute meine größte Freude!“, verrät sie lachend.

*Name von der Redaktion geändert

Chefarzt
Dr. Klaus Schlüter-Brust
Facharzt für Orthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle orthopädische Chirurgie, Sportmedizin, Notfallmedizin, Physikalische Therapie und Balneologie

St. Franziskus-Hospital
Schönsteinstr. 63
50825 Köln-Ehrenfeld

Tel.: 0221 5591-1131
E-Mail: orthopaedie.kh-franziskus@cellitinnen.de